In unserer Interviewreihe „Bauwerke der Zukunft“ spricht Prof. Dr. Sergej Rempel vom Technologietransferzentrum Aichach über die Chancen von Carbonbeton und die Bedeutung des ganzheitlichen Lebenszyklusansatzes im Bauwesen.
Welche Chancen bietet Carbonbeton – und wo liegen die Grenzen?
Carbonbeton ermöglicht ein umweltfreundlicheres, klimafreundlicheres und ressourcenschonenderes Bauen.
Durch die Verwendung von Carbon statt Stahl kann die Betonmenge deutlich reduziert werden – bei gleicher Tragfähigkeit.
Das spart Zement, senkt CO₂-Emissionen und eröffnet neue konstruktive Möglichkeiten.
Gleichzeitig spricht Prof. Rempel offen über aktuelle Grenzen:
Der Brandschutz ist im Innenbereich noch eine Herausforderung.
Weil dort eine größere Betondeckung gefordert ist, entfällt der Vorteil des dünnschichtigen Bauens.
Daher wird Carbonbeton derzeit vor allem im Außenbereich eingesetzt – bis brandschutztechnische Lösungen vollständig entwickelt sind.
Warum ist die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes so wichtig?
Für Prof. Rempel steht fest: Nachhaltiges Bauen funktioniert nur, wenn man ein Gebäude über 100 Jahre betrachtet – nicht nur die Bauphase.
Entscheidend sind alle Faktoren:
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